Aufsatz 
Zur Geschichte des k.u.k. Technischen Militär-Komitees 1869-1918 / von Oskar Regele
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Oskar Regele

blemen. 1890 publizierte er die vielbeachtete Arbeit „Über die Verwendbarkeit künstlich erzeugter Kälte für militärische Zwecke“ und 1894 wurde seine Studie über „Die Konserven“ preisgekrönt. Seine „Ausgewählten Kapitel aus dem Ge­biete der chemischen Technologie“ waren in allen militärtechnischen Hoch­schulen als Studienbehelf eingeführt. Nach Ausscheiden aus der Armee war er Direktor der Wiener Gaswerke. Ein anderes sehr verbreitet gewesenes Unter­richtswerk stammte von Daniel v. Salis-Soglio: „Konstruktionsdetails der Kriegsbaukunst“ (1880), das die Aufgabe hatte, die theoretischen Grundlagen für alle technischen Verrichtungen zusammenzufassen. Es beinhaltete Maurer- und Steinmetzarbeiten, Tischler-, Schlosser- und Maschinenarbeiten, Eisenpanzerkon­struktionen, fortifikatorische Projektierungen und Beispiele von Befestigungen. General Dr. techn. Ing. A. Prochaska v. Mühlkampf, 1917/18 Kommandant des Flieger-Arsenals, gehörte dem Eisenbetonausschuß des Ingenieur- und Archi­tektenvereines und als Fachkonsulent dem Technischen Museum an. Ein zweiter Eisenbeton-Fachmann war der Genieoffizier J. Mandl, der 1902 in Wien unter den ersten sieben technischen Doktoren promovierte und außer einem „Dehrbuch der höheren Mathematik“ als Frucht seiner Studien „Zur Theorie der Zement­eisen-Konstruktionen“ veröffentlichte.

An der Spitze der B rückenbau-Techniker steht General Franz Herrert, durch viele Jahre Abteilungsvorstand im Komitee und als Konstrukteur der seinen Namen tragenden „Eisernen Straßen-Brücke“ berühmt geworden. Seine auch vom Auslande übernommene Brücke war eine zerlegbare Gelenks­gitterbrücke auf eisernen Jochen oder auf 45-t-Brückenschiffen mit einer Tragfähigkeit bis zu 30 t. Herrert erfand noch den „Kavallerie-Brückentrain Herrert“, er ist ferner der Mitschöpfer des Schiffahrtskanals im Eisernen Tor, wo er die Aussprengung von 32.000 m 3 und den Hafenbau in Orsova leitete. Der bereits mehrfach erwähnte Salis-Soglio erhielt als Präsident des Komitees den Auftrag zum beschleunigten Bau einer Eisenbahnbrücke über die Save bei Bos- nisch-Brod während der Okkupation Bosniens 1878/79. An der Durchführung des Baues dieser historischen Brücke waren die Genieoffiziere O. Beck v. Nordenau und A. Juda beteiligt, welche die unmittelbare Bauleitung übernehmen mußten, als die zivilen Unternehmer nicht ausreichten. Zur Verkehrsgeschichte des Okku­pationsgebietes zählt auch die vom späteren Feldzeugmeister J. Meister über die Drina bei Gorazda gebaute hölzerne Bogenbrücke.

Sehr nachhaltig war die Tätigkeit des Komitees auf dem Gebiete des Ver­kehrswesens, und so manche im Komitee erprobten Neuerungen nahmen ihren Weg in den Alltag. Ferdinand Artmann vom Geniestab, Professor der Chemie, der für sein Buch „Die Lehre von den Nahrungsmitteln“ die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft erhielt, in Wien die erste Konservenfabrik errichtete und Feldbacköfen erfand, konstruierte eine Straßen-Lokomotive und plante 1871 für Wien eine Stadtbahn als Gürtellinie. Von ihm stammt das Projekt zur Bahn Wien—Aspang, deren Verwaltungsrat er dann als Vizepräsident angehörte. Direktor dieser und der Schneeberg-Bahn wurde der ehemalige Geniestabshaupt­mann Alfred v. Tunkler, ebenfalls ein Angehöriger des Technischen Militär-