Aufsatz 
Neues vom Schöpfungsakt : Utopien und Dystopien hinsichtlich einer Sexualität von morgen / Christian Stadelmann
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Christian Stadelmann

frühestens Ende 201 8 verfügbar sein, ließ Geschäftsführer McMullen zu Anfang desselben Jahres exklusiv für den Daily Star online verlauten. 53 Seither sind zwar Presseberichte, aber keine Neuigkeiten dazu erschienen, obwohl man schon damals den Kunden versprochen hat, dass die „Roboter“ individuell gestaltet werden könnten. Es gäbe eine Auswahl von 42 Farben für die „Brustwarzen und 14 verschiedene Schamlippen, die in der Spülmaschine gereinigt werden“ könnten. 54 Solch großes Angebot an akribisch formulierte Vorlieben der Nutzer des „Roboters“ gemahnt sehr an Oskar Kokoschkas Alma-Puppe. „Harmony“ kann aber „auch so programmiert werden, dass sie Gedichte rezitiert für die­jenigen, die einen literarischen Typus bevorzugen, oder Witze reißt für Kunden, die eine Frau mit Sinn für Humor lieben. .Wenn die Person über Golf sprechen will, dann hat sie einen Bezugsrahmen und kann eine Diskussion führen 1 , fügt McMullen hinzu.“ 55 Und, an anderer Stelle: „Wenn Sie ihr viele Komplimente machen, wird ihr Lustmesser steigen und sie wird leichter zum Orgasmus zu bringen sein.“ 56

Der Sex mit seinen Robotern werde insgesamt eine Erfahrung sein, die noch niemand zuvor gemacht habe. „Wir versuchen, das Verlangen nach Sex jenseits des Körperlichen zu wecken“, erklärt McMullen der britischen Boulevardzeitung Daily Star. 57 Dass solche Aussagen die Erwartungshaltungen antreiben, mag nicht erstaunen. Schließlich stimmen Medien, deren Attitüde seriöser ist, in die Erregung mit ein. „Wenn die Roboter kommen werden wir sie lieben“ titelt etwa der Spiegel 58 und „Sex mit einem Roboter? Ja, bitte“ die Süddeutsche Zei­tung. 59

53 Sohrabi-Shiraz, siehe Anmerkung 37.

54 „[...] buyers can customize their purchase, with a selection of 42 nipple color options and 14 different labia, all of which can be sufficiently cleaned via dishwasher“, in: Smith, siehe Anmerkung 26.

55 „Harmony can be programmed to recite poetry for those who prefer a literary type, or crack jokes for customers who love a woman with a sense of humor. ,When the person wants to talk about golf, then she’ll have some frame of reference and be able to have a discussion,' McMullen adds“, in: Ebd.

56 „If you compliment her a lot, her desire meter is going to go up and she’ll be easier to bring to orgasm“, in: Ebd.

57 „We’re trying to create the desire to have sex beyond the physical“, in: Sohrabi-Shiraz, siehe An­merkung 37.

58 Angela Gruber: Wenn die Roboter kommen, werden wir sie lieben, in: Spiegel Netzwelt, 11.1.2017, https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/anthropomorphismus-koennen-menschen- roboter-lieben-a-11 28553.html (28.8.2020)

59 Sex mit einem Roboter? Ja, bitte, in: Süddeutsche Zeitung, 22.5.2018, https://www.sueddeut- sche.de/digital/umfrage-zur-doku-reihe-homo-digitalis-sex-mit-einem-roboter-ja-bitte- 1.3986957 (28.8.2020)

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